Reisebericht aus Indonesien (2003): Bali – Lovina und Umgebung

Ankunft auf Bali

Eine Stunde dauert die Überfahrt von Java nach Bali und man ist in einer ganz anderen Welt. Die Moscheen werden weniger, kein Weckruf um 4 Uhr morgens mehr, dafür gibt es viele Tempel. Und ich meine wirklich VIELE. Wenn man die Tempel auf Bali zählen wollen würde, dann käme man wohl über 10.000, die unzähligen Haussschreine nicht mitgezählt. Selbst vor dem kleinsten Haus steht mindestens 1 Schrein für die Götter und Ahnen, die Brücken werden von Wächtern bewacht, in den Reisfeldern stehen kleine Schreine für die Reisgöttin Devi Sri und jedes Dorf hat mindestens 3 Tempel. Einer ist Wishnu geweiht, dem Erhalter, ein Tempel ist der ursprüngliche der Dorfgründer und einer ist der Unterweltstempel. Die Religion bestimmt das Leben der Balinesen, jeden Morgen werden Opfergaben auf den Boden für die Dämonen gelegt und für die Götter auf kleine Altäre, die mindestens in Kopfhöhe sind. Unzählige Feste prägen den Rhythmus der Balinesen und so ist es sehr wahrscheinlich, dass man während des Aufenthaltes auf Bali mindestens ein Tempelfest erlebt.

Entspannen am schwarzen Strand von Lovina

Uns stand aber der Sinn zunächst nach Strand und Sonne und ein Fahrer unseres Hotels in Lovina erwartete uns schon an der Fähre. Dank Iwan hatten wir auch gute Karten und bekamen letztendlich zum günstigsten Zimmerpreis einen der Luxusbungalows mit Meeresblick. Weißen Strand gibt es in Lovina nicht, sondern schwarzen Vulkanstrand, aber das ist mal was anderes und das Meer war angenehm warm. Von Lovina aus kann man auch Schnorcheltouren unternehmen, denn das Korallenriff liegt quasi vor der Haustür. Das ist zwar nicht so spektakulär wie das Great Barrier Reef, aber es macht Spaß und die Fische sind zum Teil so neugierig, dass man sie fast anpassen kann.

Lovina erstreckt sich ein ganzes Stück entlang der Küste, was natürlich zu schönen Strandspaziergängen einlädt, am besten am Abend, denn die Sonnenuntergänge sind hier besonders schön.

Natürlich lagen wir nicht nur am Strand, sondern erkundeten auch Nordbali. Es ist kein Problem, sich in Lovina ein Fahrzeug zu chartern, denn der Ruf “Transport sir/madam?” ist allgegenwärtig. Selbstverständlich kann man auch in eine der vielen kleinen Travel Agencies gehen und sich dort ein Auto mit Fahrer mieten. Wenn man in den Agenturen mehrere Touren und/oder einen Shuttle-Service zum nächsten Ort bucht, dann wird´s auch etwas billiger.

Wasserfälle, Tempel und Reisfelder

Wir machten eine Ganztagestour, die den Wasserfall von Gitgit, Lake Bratan und den dazugehörigen Tempel am See, einen Botanischen Garten, heiße Quellen und ein buddhistisches Kloster umfasste. Und natürlich Reisfelder…

Die einzige Sehenswürdigkeit von Gitgit ist der 30 Meter hohe Wasserfall. Doch bevor man den Anblick genießen kann, muss man an wirklich vielen Souvenirshops vorbei. Wenn man Glück hat und relativ früh da ist, haben noch viele Läden zu, nur so als kleiner Tipp 😉 Der Wasserfall selbst ist recht schön, doch sollte man der Versuchung nicht nachgeben und nicht ins Wasser steigen, denn dort kann man sich die exotischsten Krankheiten holen.

Der Lake Bratan ist ein Vulkansee und am Ufer liegt ganz malerisch der Tempel Pura Ulun Danu Bratan. Der kleinere der beiden Tempel ist Shiva in seinem Aspekt als Schöpfer und seiner Frau Parvati geweiht, der höhere Wishnu in seinem Aspekt als Gott des Fruchtbarkeit spendenden Wassers. Die balinesischen Tempeltürme heißen übrigens Meru, haben immer eine ungerade Zahl und je höher ein Meru ist, desto höher ist die Gottheit, der der Tempel geweiht ist. Am Ufer steht noch ein größerer Tempelkomplex innerhalb einer kleinen Parkanlage und auch eine buddhistische Stupa, denn Buddha wird wiederum als Inkarnation Wishnus verehrt. Als wir dort waren, war auch richtig was los, es war Wochenende und Partystimmung angesagt. Der Indonesier an sich feiert gern, der Balinese gleich doppelt und besonders beliebt sind an solchen Tagen Sackhüpfen, Kochwettbewerbe oder Drachen steigen lassen.

In der Nähe des Lake Bratan in Candi Kuning ist übrigens ein schöner Botanischer Garten, naja, es ist mehr ein Park und dort waren viele Pfadfinder unterwegs. Das ist auch eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung und auch viele der politischen Größen waren Ehrenmitglieder bei den Pfadfindern.

Nach dem vielen Herumlaufen unter tropischer Sonne tat uns dann auch das Bad in den Thermalquellen Air Panas in der Nähe von Lovina gut. Es gibt dort 3 unterschiedlich warme Becken und das Wasser kommt aus Wasserspeiern in Drachenform. Man kann dort richtig schön entspannen, schwimmen oder sich von dem Wasserstrahl aus den Speiern massieren lassen. Und die Balinesen haben etwas zum Schauen und zum Kichern 🙂

Klein Borobudur auf Bali

Der letzte Halt war ein buddhistisches Kloster in der Nähe von Banjar Tega. Das Kloster liegt etwas oberhalb des Dorfes und man hat eine wunderbare Aussicht. Man sollte jedoch nicht nur wegen der Aussicht herkommen, denn die Stimmung ist dort einfach so schön ruhig und friedlich und im Gegensatz zu den hinduistischen Tempeln darf man dort alles in Ruhe anschauen, jedoch sollte man auch hier daran denken, einen Sarong mitzunehmen, denn sonst wird man in einen Leihsarong gesteckt. Das Kloster erinnert innen an einen thailändischen Tempel, die Figuren, die die Treppen und Türen bewachen, sind wieder mehrköpfige Götter und Wächter und selbst eine Miniaturausgabe des Borobudur gibt es auf dem Gelände. Den Abstecher ist es in jedem Fall wert und wenn dort gerade Menschen am Singen und Beten sind, dann herrscht dort eine besondere Atmosphäre.

Und am Abend dann wieder ein traumhafter Sonnenuntergang am Strand. Was für ein Tag…

Nach eingen Tagen in Lovina stand uns dann doch der Sinn nach einer Ortsveränderung und wir fuhren ins Herz von Bali, nach Ubud.

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