Steinzeit und Strände – Zwischen Alcalar und Portimao

Steinzeit und Strände – Zwischen Alcalar und Portimao

Wenn Du an die Algarve im Winter reist oder einfach im Sommer genug davon hast, am Strand zu liegen, dann mache Dir doch einen netten Tag in der Umgebung von Portimao. Voraussetzung ist allerdings, dass Du einen Mietwagen hast, denn sonst wird es schwierig oder zumindest langwierig.

1. Alcalar

Irgendwo im Nirgendwo liegt Alcalar. Mein Navi kannte das Dorf nicht, aber immerhin meine Karten-App Maps.me (für Android) schon und damit konnte ich mich dann orientieren.

Wenn Du übrigens aus der Richtung Portimao kommst, dann weisen Dich Schilder auf der Hauptstraße rechtzeitig darauf hin, wo Du rechts abbiegen sollst. Kommst Du aus Lagos, dann hast Du Pech (oder ich habe die Schilder einfach übersehen, kann auch sein…)

In Alcalar gibt es ein kleines Museum, in dem Du Dir einen etwa achtminütigen Film (portugiesisch mit englischen Untertiteln) anschauen kannst. Auf dem Museumsgelände selbst sind zwei Gräber richtig gut hergerichtet und ich fand sie beeindruckend.

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In der Nähe (einfach über die Kreuzung Richtung Restaurant Fonte da Pedra) gibt es noch weitere Anlagen, die auch zu dem Museum gehören.

Schräg gegenüber vom Restaurant ist ein grünes Tor und da bist Du auch richtig, selbst wenn das Gelände einen sehr verwilderten Eindruck macht. Ich bin auch daran vorbeigelaufen, aber der Ticketverkäufer vom Museum hat gemeint, dass ich durch ein grüner Tor gehen sollte, dann wäre ich richtig. Und es gibt da nur eines…alcalar_02

Die Grabanlagen darfst Du dann im hohen Gras suchen und es ist schon irgendwie schräg, durch diesen ziemlich ursprünglichen Garten zu stapfen und nach steinzeitlichen Gräbern zu suchen, aber es hat was.alcalar_03

Vielleicht ist im Sommer das Gras gemäht, aber im Winter ist es noch sehr natürlich. Die Gräber sind auch nicht so gut rekonstruiert wie beim Museum, aber sie haben ihren eigenen Charme.

Zusammen mit der wilden Umgebung, dem Summen der Bienen und dem Gebell der Hunde hat es durchaus einen besonderen Reiz und ist einen Besuch wert.

2. Silves

Silves ist ein nettes Örtchen mit einem alten Stadtkern und einer beeindruckenden Burg, der wohl am besten erhaltenen in der Region.

Parken kannst Du unterhalb der Altstadt und dann geht es erst einmal die kopfsteingepflasterten Straßen bergauf zur Kirche und zur Festung.

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Ein Blick hinauf auf die Dächer kann sich lohnen, denn wenn Du Glück hast, dann siehst Du im Frühling Störche, die hier ihre Nester auf den Dächern haben.

silves_01Einige Häuser haben einen schönen Jugendstileinschlag und ein Bummel durch die Gassen lohnt sich.

silves_02Oben auf dem Hügel  thronen, wie es sich eben gehört, die Kirche und die Burg.

Ein Blick in die alte gotische Kirche lohnt sich und es sind auch noch Teile der Deckenmalereien sichtbar. Mir sind diese Kirchen lieber als die überladenen barocken Kirchen und daher hat mir die Kathedrale von Silves gut gefallen.

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Die Burg kann natürlich auch besichtigt werden. Du kannst entlang der gesamten Burgmauer entlanglaufen. Nur für Menschen mit Höhenangst oder Kinder ist es weniger geeignet, denn der Gang entlang der Mauer ist nicht gesichert. Von dem Wehrgang aus hast Du aber einen schönen Blick auf die Stadt und die Umgebung.

silves_04Im Innenhof sind immer noch Ausgrabungen im Gange und mit etwas Phantasie kann man sich schon vorstellen, wie es früher einmal ausgesehen mag.
Dort gibt es auch ein kleines Cafe, einen Garten mit modernen Steinskulpturen und eine Zisterne, in der eine Ausstellung über den iberischen Luchs war.
Du kannst übrigens auch ein Kombiticket lösen, das den Besuch des archäologischen Museums miteinschließt.

In Silves gibt es auch eine ganze Anzahl an Restaurants und die üblichen Souvenirshops mit Keramik und Kork. Du kannst ein wenig bummeln, durch die Gassen streifen oder Dich irgendwo draußen hinsetzen und dem Treiben zusehen.
Ein netter Ort, der einen Besuch wert ist. Außer Du gerätst in Restaurants, die Dich ignorieren. Ich habe erst in einer kleinen Bar etwas zu essen bekommen. Dass ich davor zwei Mal ignoriert wurde ist mir ehrlich gesagt vorher noch nie passiert.

3. Portimao

Von Portimao habe ich nicht viel außer dem Museum gesehen. Mein Reiseführer hat nur die Shopping-Möglichkeiten und die Flussfahrt nach Silves hervorgehoben. Die Flussfahrt ist sicher schön, aber in der Nebensaison und bei niedrigem Wasserstand fällt das aus. Im Februar ist definitiv so was von Nebensaison…

Aber immerhin habe ich das Museum besucht und das war auch recht interessant.
Es gab eine Zeit, da stammte mehr als die Hälfte der Sardinenbüchsen, die weltweit verkauft wurden, aus Portugal und Portimao war eine Hochburg. Das Museum der Stadt ist in einer solchen alten Sardinenfabrik untergebracht und der größte Teil der Ausstellung befasst sich mit dieser Thematik.

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Du kannst Dir einen alten Film aus der fünfziger oder sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts anschauen und bekommst so einen (etwas idealisierten) Einblick in den Alltag der Fabrikarbeiter. Immerhin – für die Arbeiterinnen gab es fabrikeigene Kinderkrippen, wo sie ihre Kinder unterbringen konnten, während sie bei der Arbeit waren. Das war dann doch recht fortschrittlich.
Der Film ist auf Portugiesisch, hat aber englische Untertitel und ist daher gut verständlich.

Sonst gibt es im Museum noch eine winzige Ausstellung zu den Steinzeitgräbern in Alcalar, ein wenig was von den Römern und Arabern, aber der Fokus liegt eindeutig auf der Eindosung von Sardinen.

Da aber die Sardine immer noch eine wichtige Rolle spielt und Du sie so ungefähr an jeder Ecke gegrillt bekommst, gehört es einfach dazu, sich ein wenig darüber zu informieren.

Nur so am Rande: Wenn Du gegrillte Sardinen bestellst, dann sind sie noch komplett, also mit Innereien. Sei also vorsichtig, wenn Du sie aufschneidest, denn sonst kann es passieren, dass Du die Innereien erwischst und die schmecken nicht so gut.

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4. Praia da Rocha

Ok, da wären wir wieder am Strand. Wenn Du meine ehrliche Meinung hören willst: Ich fand den Strand nicht so berauschend und ich weiß nicht so genau, warum er so hervorgehoben wird. Ja, es ist ein großer Sandstrand und es gibt auch ein paar malerische Felsen.

Im Sommer ist er sicher Anziehungspunkt für viele Menschen, weil einfach mehr Platz ist als in kleinen Buchten.

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Aber es reiht sich am Strand ein Restaurant und eine Bar neben die andere und das Panorama ist richtig schön mit Hotels zugebaut. Mein Fall ist das unter uns gesagt nicht.

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Mir persönlich gefallen die Buchten um Lagos deutlich besser und ich finde da auch die Landschaft spektakulärer.

Aber vielleicht habe ich auch nicht die wirklich tollen Ecken gefunden, denn bei meinem Besuch im Februar war es kalt und nass und ich hatte nur bedingt Lust, lange herumzulaufen. Aber wenn Du es besser weißt, dann poste doch einen Link zu Beweisbildern in die Kommentare 😉

Und jetzt Du! Hast Du noch Tipps für diese Ecke der Algarve? Dann schreib sie doch in die Kommentare! Ich freue mich über Deine Anmerkungen und Tipps.
Und denke daran – die meisten Grenzen gibt es nur im Kopf!

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