Nashik – Tempel und Wein

Mein letzter Eintrag ist ja schon eine Weile her, aber meine Bürostories sind nicht sooo spannend, also lasse ich es, hier auszubreiten.
Aber ein Highlight muss ich doch loswerden: Nach 3 Wochen hat es endlich geklappt, ich kann mit dem blackberry nicht nur telefonieren (das dauerte schon über eine Woche, das hinzubekommen), sondern auch Mails empfangen, yeah!

Heute habe ich mir den Luxus eines Fahrers für den Tagesausflug nach Nashik gegönnt. Um 5 Uhr morgens gings los, gegen 19:30 war ich wieder zurück, ein langer Tag und ich bin froh, dass morgen Sonntag ist und ich ausschlafen kann. Das was auf der Hinfahrt aufgrund leerer Strassen gewonnen wurde, hat dann der Abendverkehr mehr als wieder aufgefressen.
Der Verkehr ist überhaupt sehr kreativ, italiensche Fahrweise potenziert ;-). Für mindestens 2-3 Autos und ein Moped ist immer Platz, Kühe habe eh Vorfahrt und die paar Radfahrer und Fussgänger kommen auch irgendwie durch. Überholt wird fast ohne Rücksicht auf den Gegenverkehr, man weicht dann halt eben auf den nicht asphaltierten Teil der Strasse aus oder bleibt einfach stehen.

Aber nun zu Nasik. Die Stadt ist den Hindus sehr heilig, da dort auch ein Teil des Ramayana-Mythos gespielt haben soll. Ramas Bruder soll hier einer bösen Hexe die Nase abgeschlagen haben, daher auch der Name.
Am Fluss erstrecken sich Ghats, Treppenstufen, am Ufer sind viele Tempel und Schreien, viele Pilger lassen sich die Haare scheren, die Verwandten verstreuen Asche der Verstorbenen, die Menschen beten, waschen Wäsche oder bringen ihr Messinggeschirr auf Hochglanz. Es ist einfach ein buntes Treiben, das mich ein wenig an Varanasi erinnert. Natürlich kann es der Fluss nicht mit dem Ganges aufnehmen, aber von der Atmosphäre her war es schon toll.
Auch als Nicht-Hindu durfte ich in die Tempel, Schuhe ausziehen war natürlich selbstverständlich.
In einem Tempel, Sitha Gumpa, darf man nicht an Platzangstmleiden. Dort, in einer Höhle, soll sich Sita, Ramas Frau, versteckt haben. Und um zum Heiligtum zu gelangen, muss man durch ganz enge niedrige Gänge auf dem Hosenboden rutschen. Auch mal eine Erfahrung 😉

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Nach der Tempeltour bin ich ein wenig durch die Gassen gebummelt und war mal wieder die einzige weisse Nase weit und breit. Das hat natürlich bei meinem Mittagssnack für neugierige Blicke gesorgt, aber ganz freundlichen. Ich habe heute auch endlichn mal Zuckerrohrsaft getrunken, schmeckt süss, aber nicht zu süss. Und weil da mehr Saft reingeht, wenn kein Eis drin ist, kostet der Saft gleich 2 Rupien mehr, 12 statt 10, also 17 Cent statt 14.

Gegen Mittag war es dann ziemlich heiss und was macht man in DER indischen Weinstadt? Klar, eine Weinprobe. Wein ist in Indien noch nicht allzu populär, aber langsam wächst die Anhängerschaft. Nashik war erst das Zentrum der Weintrauben und da lag es auch irgendwann nahe, es mit dem Wein zu probieren und nicht nur Trauben zum Essen zu produzieren. In Asien hat der indische Wein schon durchaus Fans und ein paar Auszeichnungen gewonnen, in Europa ist er noch fast unbekannt. Die Weine, die ich bei der Verkostung hatte, waren alle auch wirklich lecker.
Na, wer weiss, vielleicht wird ja Indien bald nicht nur für seine ITler bekannt sein, sondern auch für Wein.

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1 Kommentar

  1. Liebe Ivana, vielen Dank für Deine updates. Es ist halt doch was anderes, wenn man geschäftlich in einem fremden Land ist. Schön dass Du es trotzdem schaffst, uns mit interessanten und witzigen Geschichten auf dem Laufenden zu halten.

    Viele Grüße aus der Heimat, Florian

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