Mein Brief an Florenz

Diesen Beitrag habe ich für die Blogparade von Ilona, in dem es um Florenz geht, geschrieben. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Florenz,

dieser Brief wird ein Abschiedsbrief werden, denn ich denke nicht, dass wir noch uns noch einmal sehen werden. Viele lieben Dich und singen ein Loblied auf Dich, aber ich konnte mit Dir einfach nicht warm werden.
Deine Straßen waren mir zu eng und zu erdrückend, Deine Gebäude zu stolz und auf der Piazza della Signoria stand mir zu viel Kunst auf zu engem Raum.

florenz_01Den Meistern der Renaissance konnte ich noch nie so wirklich viel abgewinnen und überall hast Du auf mein Geld geschielt. Selbst im Park beim Palazzo Pitti wolltest Du Eintritt haben.

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Die Menschenmassen auf der Ponte Vecchio mit ihrem Geschäften voll mit Touristenkram, die Massen der Kunstbeflissenen von den Kirchen und Uffizien, das war mit alles zu viel.

Ja, ich weiß, die Serenissima wird auch von Massen überrannt und ist eine teure Freundin, aber für mich hat sie mehr Leichtigkeit, mehr Flair, das habe ich bei Dir vermisst. Ich liebe es, durch die Gassen Venedigs zu schlendern, an den Kanälen vorbei und ihr morbider Charme fasziniert mich.

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Bei Dir ist alles dicht gedrängt, das wurde mir zu viel.

Ja, am Abend ist die Stimmung immer besonders, aber damit konntest Du mich nicht mehr überzeugen.

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Ich höre schon, Du nennst mich einen Banausen, weil ich nicht vor Ehrfurcht ob all der Kunst erstarre, die bei Dir Zuhause ist, aber nein. Ich werde damit leben können, dass mich all diese Menschen vielleicht dafür verachten, denn ich befinde mich in bester Gesellschaft.
Ich teile die Ansicht von Theodor Fontane, der sagte, dass Florenz überschätzt wird. Mark Twain zog (mir absolut nachvollziehen)  Venedig Dir vor. Goethe schrieb schon über Dich „Die Stadt hatte ich eiligst durchlaufen, den Dom, das Baptisterium. Hier tut sich wieder eine ganz neue, mir unbekannte Welt, an der ich nicht verweilen will“.

Das Beste was ich über Dich sagen kann ist, dass Deine Menschen wirklich nett und freundlich sind, dass man bei Dir gut essen kann. Aber scusa, das kann ich an anderen Orten in Bella Italia auch.

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Daher Florenz, sage ich Ciao und wir werden uns nicht mehr wiedersehen.
Alles Gute,
Ivana

Und jetzt Du: Magst Du die Stadt oder nicht? Schreib mir doch Deinen Eindruck in den Kommentar.
Bevor ich es vergesse, denke daran, dass Deine Grenzen nur im Kopf existieren.

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6 Kommentare

    1. Author

      Ja, das ist wohl einfach so 😉

      Liebe Grüße,
      Ivana

  1. Danke schön für Deinen Beitrag 🙂
    Du bist nicht die Einzige, die mit Florenz nicht warm wird. Das hab ich jetzt schon öfter gehört, auch wenn ich persönlich es gar nicht verstehen kann … aber offensichtlich liebt man die Stadt oder man hasst sie. Ich habe noch von keinem gehört: „Ja, war eh schön…“ oder etwas ähnlich neutrales.

    Ich suche übrigens gerade das Zitat von Fontane über Florenz und kann es nicht finden. Kannst Du mir einen Link geben oder einen Literaturhinweis?

    Aber das muss ich schon sagen, die Aussage „auf der Ponte Vecchio mit ihrem Geschäften voll mit Touristenkram“ find ich sehr gewagt… das sind immerhin die teuersten Juweliere der Stadt auf dem Ponte Vecchio 😀 😀

    LG, Ilona

  2. Ja, das ist schon richtig. Der Staubsauger ist an jeder Ecke zu hören, der Dir das Geld aus der Tasche zieht. Uns gefällt sie trotzdem, die kunstsinnige, prächtige Renaissancestadt Florenz.

    Dennoch: ein schöner Beitrag – und den Mut muss man erst mal haben, zu sagen: nein, Florenz ist nichts für mich!

    1. Author

      Liebe Zypresse,

      naja, ich stehe dazu. Ich liebe Italien und die Toskana, aber Florenz und ich, das wird wohl nichts. Aber Geschmäcker sind verschieden und daher…viel Spaß in Firenze!

      Viele Grüße,
      Ivana

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