Top-5-Liste der Ziele für allein reisende Frauen

Wenn Du als Frau allein unterwegs bist, egal aus welchen Gründen, dann stellt sich Dir natürlich die Frage wohin die Reise gehen soll. Umso wichtiger ist die Frage, wenn Du noch nicht viel Erfahrung damit hast, allein unterwegs zu sein.

Als allein reisende Frau macht man sich ja haufenweise Gedanken und für mich war zumindest ein Faktor die Sicherheit. Ich will nicht sagen, dass das nach vielen Jahren anders geworden ist, es ist immer noch ein Thema, aber ich bin erfahrener geworden, selbstbewusster und habe mehr Menschenkenntnis. Das verhindert zwar nicht, dass ich mich dann doch ab und an über den Tisch ziehen lasse, aber es wird weniger und ich denke, ich kann nun inzwischen auch Situationen besser einschätzen. Das kommt aber mit der Zeit und irgendwann musst Du damit anfangen. Wann, wenn nicht jetzt?

Noch ein paar allgemeine Sätze: Wenn Du etwas ab von den ausgetretenen Pfaden unterwegs bist, dann fällst natürlich auf, vor allem, wenn Du helle Haut und helle Haare hast. Und dass Du allein bist. Lass Dich nicht verunsichern, die Menschen sind einfach nur neugierig und Du bist eben ein ungewöhnlicher Anblick. Aber auch als Brünette fällst Du auf, jeder erkennt auf den ersten Blick, dass Du aus einem anderen Land kommst, das geht uns ja hier umgekehrt genauso und wir sind genauso neugierig, wenn wir Menschen in für uns ungewohnter Kleidung sehen.

Neugier solltest Du aber nicht mit Anmache verwechseln. Informiere Dich, wie sich im jeweiligen Land die Frauen gegenüber fremden Männern verhalten. Verhalten sie sich höflich und freundlich oder distanziert? Du solltest es genauso machen.

So, nun aber zur Sache. Um Dir Deine Entscheidung etwas leichter zu machen, sind hier meine persönlichen Top 5:

Platz 1: Thailand

Das Land des Lächelns lässt sich wirklich einfach bereisen. Die touristische Infrastruktur ist gut, es ist kein ungewöhnliches Bild, wenn Frauen allein unterwegs sind und der Buddhismus prägt das Land. Das hat zumindest meiner Erfahrung nach den Effekt, dass sich Anmache ziemlich im Rahmen hält und Du relativ unbeschwert herumreisen kannst.

Die Thai sind relativ zurückhaltend, auch wenn es am Strand von Ko Samui anders sein mag. Aber im Großen und Ganzen wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht belästigt werden. Was Dir ziemlich sicher passieren kann ist der übliche Touri-Nepp und überhöhte Preise. Aber da ist es egal, ob Du Frau oder Mann bist.

Egal aber wie offen und aufgeschlossen sich Thailand Dir gegenüber zeigt, zeige bitte Du auch Respekt gegenüber der Kultur und Religion.

Was gar nicht geht:

  • Über den König/das Königshaus schlecht sprechen
  • Buddha beleidigen
  • Buddhastatuen die Fußsohlen entgegenstrecken oder, das habe ich auch schon gesehen, auf den Statuen herumklettern
  • Mönche anfassen
  • In Shorts und Top einen Tempel besuchen.

Und natürlich solltest Du auch hier die allgemeinen Verhaltensregeln beachten, also nachts dunkle, schummrige Ecken meiden, keine Getränke von fremden Männern annehmen, abends nicht allein mit neuen Bekannten durch dunkle Gassen ziehen und nicht halbnackt herumlaufen, eigentlich Selbstverständlichkeiten oder?

Platz 2: Myanmar

Hier gilt im wesentlichen das, was auch für Thailand gilt. Auch hier ist das Reisen für uns Frauen ziemlich unproblematisch. Auch hier genießen Mönche und der Buddhismus ein sehr hohes Ansehen. Regierungskritische Äußerungen solltest Du unterlassen und Du solltest die Grenzgebiete meiden, denn da kann es zu Unruhen kommen. Das ist aber nichts frauenspezifisches, das gilt für Männer genauso.

Schon 2004 war es kein großes Drama, um von einem Ort zum nächsten zu kommen, jetzt wird es eher noch einfacher geworden sein. Ein entspannter Klassiker ist die Bootsfahrt nach Bagan, abenteuerlicher die nach Hpa-An. Entscheide selbst, wie viel Abenteuer Du Dir zutraust, aber mach das vor Ort, denn dort bekommst Du die neuesten Infos.

Die Märkte sind, wie in den anderen genannten Ländern auch, meist fest in Frauenhand. Eine gute Gelegenheit, ein wenig zu beobachten, wie Frauen sich dort verhalten und wie sie mit Männern umgehen.

Platz 3: Laos

Wie Du langsam siehst, liegen buddhistische Länder ganz weit vorn. Das hängt natürlich wirklich mit der Religion zusammen und die Sanftmut und Höflichkeit als hohe Werte hat. Meine Erfahrungen sind mit diesen Ländern durch die Bank weg positiv. Ich hatte nie Schwierigkeiten vor Ort (ok, von der üblichen Abzocke mal abgesehen) und wurde immer respektvoll behandelt. Aber das ist auch eine Frage des eigenen Verhaltens und die No-Gos für Thailand gelten auch hier, von dem ersten Punkt einmal abgesehen.

In Laos ist die touristische Infrastruktur teilweise etwas schlechter als in den beiden anderen Ländern. Ich hatte hier meine bequemste und meine schlimmste Busfahrt. Wenn Du etwas außerhalb der üblichen Rennstrecken reist, dann ist es immer noch ein Abenteuer, aber es lohnt sich. Laos ist deutlich entspannter als sein großer Nachbar Thailand, hier kannst Du ein paar Gänge zurückschalten und genießen.

Platz 4: Bali

Indonesien ist das größte islamische Land der Welt, aber Bali bildet hier eine Ausnahme. Wie Indien ist es hinduistisch geprägt, aber doch ganz anders. Eine tiefe Spiritualität ist überall sichtbar und spürbar, die Menschen sind freundlich und nicht aufdringlich, auch wenn touristische Hochburgen wie Ubud eine Ausnahme sein können. Du kannst unheimlich viele Tempelfeste besuchen. Entweder mit einem eigenen Moped oder mit einem Sammeltaxi lässt sich die Insel der Götter bestens erkunden.

Auch hier gelten für Tempelbesuche eigene Regeln und Shorts solltest Du Dir für den Strand aufheben. Egal ob Mann oder Frau, in den Tempel geht man mit einem Sarong.

Die üblichen Verhaltenstipps gelten natürlich auch hier und dann sollte es auch auf Bali keine Probleme geben. Eine Ausnahme sind die Kuta-Cowboys, die Dir mit schmachtenden Blicken ihre Liebe gestehen. Die Jungs sind meist harmlos und fallen eher in die Kategorie “nervig”. Lass Dich nicht von ihnen einwickeln. Bist Du weg, entbrennt ihre Leidenschaft für die nächste Europäerin.

Platz 5: Java

Java, die große Nachbarinsel von Bali, ist muslimisch geprägt, aber so ganz anders als die arabischen Länder. Die wechselvolle Geschichte und die unterschiedlichen Religionen, die hier gelebt wurden (Hinduismus, Buddhismus, Islam und Christentum) haben die Menschen geprägt und sie bringen eine eine gewisse Toleranz mit. Du wirst kaum tief verschleierte Frauen sehen, meist auch Zutritt zu Moscheen und Tempeln haben und auch recht entspannt reisen können.

Auch hier solltest Du Dich, wie in den anderen Ländern auch, nicht gerade super-sexy und körperbetont anziehen, leichte weite Hosen und Oberteile sind passender und zeigen Respekt von der Kultur und der Religion. Auch hier sind die Menschen nicht besonders aufdringlich, außerhalb der Touristenzentren wirst Du vielleicht mal angestarrt, aber sonst… viel Spaß!

Ich habe geschrieben, dass buddhistische Länder ganz vorne mit dabei sind, wenn es um für Frauen sichere Länder geht und vielleicht stellst Du Dir die Frage, warum ich Sri Lanka nicht bei meinen Top 5 dabei habe. Nun, ich selbst hatte während meiner 3 Wochen dort überhaupt keine Probleme und keine unangenehmen Begegnungen. Aber ich wurde bei einer Wanderung bei Ella gewarnt, dass auf der Strecke schon öfter Frauen vergewaltigt sein sollten. Also habe ich mich mit einer Italienerin zusammengetan. Ich habe von anderen Frauen gehört, dass sich Männer vor ihnen entblößt haben. Übel genug, aber wenigstens ist ihnen nichts schlimmeres passiert. Und diese Geschichten habe ich öfter gehört. Aber erst dort oder nach meiner Rückkehr, vielleicht hätte ich es mir sonst überlegt 😉 Wie gesagt, ich hatte nie eine unangenehme Situation, aber es scheint, dass es dort trotz des Buddhismus öfter passiert als in Süd-Ost-Asien.

Extratipp:

Hör Dir doch auch mal meinen Podcast zum Thema an, da gibt es auch weitere Infos und ein paar Ziele mehr, über die ich spreche.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Welche Länder empfehlt ihr alleinreisenden Frauen, die vielleicht noch nicht viel Reiseerfahrung haben?
Bevor ich es vergesse, denke daran, dass Deine Grenzen nur im Kopf existieren.
 
Dir hat der Beitrag gefallen? Dann teile ihn doch mit deinen Freunden