Reisebericht aus Neuseeland (2002): Northland – Auckland

Glühwürmchen, die keine sind

Auf meinem Weg ins Northland wollte ich doch noch die berühmten Glühwürmchenhöhlen sehen und die bekanntesten auf der Nordinsel sind die Waitomo Caves. Nun sind es eigentlich keine richtigen Glühwürmchen, wie wir sie kennen, sondern es sind Insektenlarven, die mit klebrigen Fäden Insekten fangen. Um diese anzulocken, leuchten sie. Und das sieht in einer stockdunklen Höhle wie ein wunderschöner Sternenhimmel aus. Zwar ein wenig überteuert der Spaß, aber soooo romantisch 😉 Wenn man sich dann Auckland nähert, wird der Verkehr immer heftiger und schließlich findet man sich auf einer mehrspurigen Autobahn wieder. Gut, wenn man vorher in die Karten geschaut hat und weiß, welcher Straße man folgen muss. Und wenn man von der Autobahn runter will, dann kann sich der glücklich schätzen, der von der Automobile Association eine Karte mit den einzelnen Abfahrten bekommen hat und weiß, wo er runter muss. Das war bei mir noch nicht aktuell, aber ich war ehrlich froh, als ich Auckland erst einmal hinter mir gelassen habe. Umfahren geht leider nicht, denn Auckland erstreckt sich von der Tasman Sea zum Pazifik über die gesamte Breite der Landenge. Da muss man durch.

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Böhmische Dörfer in Neuseeland

Wenn man hierzulande von böhmischen Dörfern spricht, dann denkt man nicht unbedingt daran, dass es diese auch am anderen Ende der Welt geben könnte. Und dieses Dorf musste ich mir natürlich anschauen. Puhoi ist ein idyllisches Fleckchen mit einer urigen Kneipe, die vollgestopft ist mit Postkarten und Relikten aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert und mit Geldscheinen tapeziert. Am Wochenende ist das auch der lokale Biker-Treff und deren Vorhut war bereits dabei, die Biervorräte des Wirtes zu vernichten.Puhoi, Kneipe

In Northland bietet sich Paihia als Ausgangsstation für Ausflüge an. Über eine Brücke kommt man nach Waitangi. Dieser Ort hat für Neuseeland eine historische Bedeutung, denn in Waitangi wurde 1840 die Treaty of Waitangi unterzeichnet und Neuseeland damit britische Kolonie. Dies fand am 06.02.1840 statt und dieser Tag ist quasi der Nationalfeiertag, wird Waitangi Day genannt und im Land finden zahlreiche Festakte etc. statt. Die Besichtigung dieser historischen Stätte ist ganz interessant und es gibt Maori-Führer, die einem die Geschichte erklären (vielleicht auch die Glorie dieses Tages etwas relativieren).

Nordspitze

Von Paihia aus erkundete ich die nähere Umgebung und beschloss, mal wieder aus Zeitgründen, fahren zu lassen. Ich buchte daher eine Bustour zum Cape Reinga, der nördlichen Spitze Neuseelands. Das hat sich schon allein deshalb gelohnt, denn mir blieb es erspart, auf Schotterpisten durch die Lande zu ruckeln, denn das hatte ich auch schon zur Genüge gehabt. Cape Reinga hat für die Maoris auch eine spirituelle Bedeutung, denn sie glauben, dass die Seelen der Toten von hier aus nach Hawaiki ziehen, dem Land ihrer Ahnen. Und ob man es glaubt oder nicht, trotz vieler Touristen hat dieser Ort tatsächlich etwas Magisches. Auf dem Rückweg geht´s über den berühmten Ninety-Mile-Beach, der eigentlich ein Strand ist, aber auch auf den offiziellen Karten als Highway verzeichnet ist. Mit einem normalen Mietwagen oder Campervan sollte man ihn jedoch nicht befahren, denn schon manch einer ist hier stecken geblieben und musste sein Fahrzeug den Fluten überlassen.

Mein Abflug näherte sich langsam, aber sicher und so musste ich mich nun doch wieder auf den Weg nach Auckland machen. Für die Rückreise fuhr ich die Kauri Coast in Richtung Süden, denn diese majestätischen, zum Teil über 2000 Jahre alten Bäume wollte ich auch noch sehen. Ist schon irre, wenn man sich überlegt, wie alt diese Bäume sind, was da alles in diesen Jahren passiert ist…

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Abschied in Auckland

In Auckland selbst bekam ich erst einmal einen gehörigen Kulturschock. Da war ich 4 Wochen unterwegs, habe Natur pur genossen und die Städte waren nie besonders groß gewesen und nun fand ich mich mitten in einer Millionenstadt wieder. Besonders angenehm war das nicht, aber auch schon wieder ein Vorgeschmack auf die Heimat. Meine Lust auf Sightseeing hielt sich auch in Grenzen, so dass ich mir nur die Highlights anschaute: den Skytower (phantastische Aussicht), Kelly Tarlton´s Unterwasserwelt (mit Haien, Rochen etc.) und das Museum (schöne Maori-Exponate).

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2 Kommentare

  1. Schöner Bericht. 🙂 Im Norden von Neuseeland hat es mir auch besonders gut gefallen. Auckland fand ich jetzt aber auch nicht so schlimm, im Gegenteil, da fand ich es sogar ziemlich toll. Ich war aber auch viel länger in der Stadt und habe da gearbeitet und richtig gewohnt. Da lernt man die Stadt dann ganz anders kennen. 😉

    1. Author

      Hallo Jo,

      Danke für Deinen netten Kommentar. Ich stimme Dir ganz zu. Wenn man irgendwo wohnt und vielleicht auch arbeitet, bekommt man einen ganz anderen Zugang und Bezug zu der Stadt.

      Viele Grüße,
      Ivana

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