5 Gründe, warum Du nach Isny fahren solltest

Als ich erzählt habe, dass ich nach Isny fahre, haben einige gemeint, ich düse wieder nach Asien. Neeee, ins Allgäu ging es, aber das mag auch für manche exotisch sein.

Ich muss jedoch zugeben, bis vor kurzem hatte ich auch noch keine Idee von Isny, war für mich genauso Terra Incognita.
Das hat sich aber geändert und ich will Dir heute dieses Kleinod im Allgäu vorstellen, das auf jeden Fall einen Besuch lohnt. Entweder für ein langes Wochenende, wenn Du eh in Süddeutschland wohnst oder vielleicht machst Du einen kurzen Abstecher auf der nächsten Reise nach Italien.

Warum solltest Du nun Isny besuchen?

1. Schnuckelige Altstadt

Ich muss zugeben, mit mittelalterlichen Städten kann man mich eigentlich immer locken und daher war Isny genau das Richtige für mich. Innerhalb des mittelalterlichen Ovals kannst Du den alten Stadtkern erkunden.
Vielleicht magst Du mit dem Wehrgang starten und zum Espantor bummeln. Von dort kommst Du wieder raus aus der Stadt oder Du biegst Richtung Zentrum ab. Die Straße ist übrigens unterschiedlich breit, weil früher dort verschiedene Märkte abgehalten wurden.

So klein die Stadt ist, sie wurde durch den Handel vor allem mit Leinen reich. Vor 650 Jahren hat sie sich freigekauft und war dann nur noch dem Kaiser unterstellt. Die Bürgerhäuser der Reichen sind hier aber eher schlicht und nicht so üppig geschmückt, wie Du es vielleicht im Allgäu erwarten würdest. Das hat historische Gründe, denn Isny war lange evangelisch und das spiegelt sich in der Architektur wider.

Dass viel Handel getrieben wurde erkennst Du auch an den vielen Gasthäusern in der Stadt. Dort kannst Du die typischen Allgäuer Spezialitäten wie Käsespätzle oder Maultaschen probieren. Dazu ein lokales Bier, bevor es dann weitergeht.

Du solltest in jedem Fall das Wassertor besichtigen. Dort geht es vom Kerker mit den Fresken der Gefangenen hinauf in ein kleines nettes Heimatkundemuseum und Du hast einen tollen Blick auf die Stadt.
Direkt daneben sind die evangelische und die katholische Kirche. Leider konnte ich die Prädikantenbibliothek nicht besichtigen, aber mit den Handschriften und alten Büchern muss sie wirklich toll sein. Beim nächsten Mal eben…

Nachtrag: Inzwischen war ich wieder in Isny und hatte die Chance, die Bibliothek zu besuchen. Meine Eindrücke gibt es in diesem Artikel unter Punkt 2. Isny.

Ich würde Dir auf jeden Fall eine Stadtführung  empfehlen, denn so übersichtlich der alte Kern ist, so viele Geschichten gibt es. Ich fand vor allem interessant, wie so das Leben zwischen Katholiken und Protestanten war. Und mir wurde glaubhaft versichert, dass diese Historie immer noch die Mentalität der Menschen beherrscht. Spannend ist es allemal!

2.  Kunsthalle im Schloss

In unmittelbarerer Nachbarschaft der beiden Kirchen befindet sich das Schloss, das eigentlich früher ein Kloster war. Heute ist es ein Mix aus Kunstgalerie, Wohnungen und Veranstaltungsort.

Einen Teil des Schlosses hat der Künstler Friedrich Hechelmann restauriert und renoviert und stellt dort seine Werke aus. Wenn Dir der Name nichts sagt, dann bist Du in bester Gesellschaft, denn ich kannte ihn auch nicht. Mir haben aber seine Bilder mit ihrem Mix aus Realität und Vision (oder Fantasy?) gut gefallen. Da Blau und Grün in den Bildern dominieren, konnte ich schön eintauchen und je länger ich sie betrachtet habe, desto mehr habe ich entdeckt. Das hatte wirklich etwas meditatives, wirklich schön.

Mit moderner oder zeitgenössischer Kunst kann ich ehrlich gesagt meistens nicht viel anfangen, aber die Bilder und Skulpturen von F. Hechelmann haben mir gefallen. Es ist eben keine abstrakte Kunst, sondern es sind Bilder, in denen ich mich ein wenig verlieren konnte.
Du kannst hier auch eine Führung machen und kommst so auch in das Schloss selbst hinein.

3. Schlossweihnacht

Wie der Name schon sagt, der alljährliche Weihnachtsmarkt findet im Innenhof des Schlosses statt und dauert 5 Tage. Vor allem wenn es dunkel ist und der Glühwein duftet ist es wirklich bezaubernd.

Für die Kinder ist das Engelefliegen, das jeden Abend stattfindet, ein Highlight. Eine Engelsfigur schwebt aus einem Fenster nach unten, wo echte Engel an die Kinder Orangen, Nüsse und Äpfel verteilen. Dieser Brauch ist auch schon ewig alt und früher wurden in Körben kleine Gaben von den Reichen aus den Fenstern heruntergelassen.

Neben den lokalen Handwerkern sind auch die Partnergemeinden von Isny mit einem Stand vertreten. Hier will ich Dir auf jeden Fall Petri aus Finnland mit seinen Tipis ans Herz legen. Diese Tipis haben nichts mit Indianern zu tun, sondern kommen aus Lappland. Innen lodert das Feuer, auf den Bänken liegen Rentierfelle und es gibt mit den genialsten Lachs, den ich gegessen habe. Der wird nämlich über dem offenen Feuer geräuchert und schmeckt wirklich einmalig gut!

4. Besuch der Käseküche Isny

Was denkst Du, ist es in einer Käserei warm oder kalt? Ich muss sagen, für mich war die Temperatur genau richtig, denn in der Käserei ist es schön mollig warm. Der Käse wird mehrere Stunden im Kessel gerührt, bevor er in die Formen kommt und ausgepresst wird. Anschließend reifen die Laibe bis zu einem Jahr im Keller, wo ich mich dann nicht mehr so wohl gefühlt habe. 14,5 Grad sind mir auf Dauer doch zu kalt. Ich muss zugeben, je älter die Käselaibe wurden, desto strenger haben sie auch gerochen.

Und wie ich es aus dem Fernsehen kannte, werden die Laibe tatsächlich zumindest am Anfang jeden Tag nach einem ersten Salzbad mit Salzwasser eingerieben.

Die Käseküche wird von 7 Bauernhöfen aus der Umgebung beliefert und verarbeitet im Jahr 1 Mio. Liter Milch von glücklichen Kühen. Ich finde, das schmeckt man auch am Käse, der wirklich sehr lecker ist. Mein Favorit ist übrigens der Bockshornkleekäse.

Im Laden kannst Du Dich dann mit den ganzen Käsesorten eindecken, aber auch mit Joghurt, Quark und Milch aus eigener Produktion.

5. Natur pur in der Umgebung

Um die ganzen Kalorien nach Käse, Spätzle und Co. wieder abzutrainieren, kannst Du unheimlich viel in der Umgebung unternehmen.

Im Winter klar, Langlauf und Spaziergänge in der Winterlandschaft. Das ist nicht so wirklich mein Ding, aber die vielen Wanderungen in die Moore und zum Eistobel, einem Wildbach, der sich durch Schluchten zwängt und als Wasserfall sich über mehrere Geländestufen stürzt, finde ich spannender. Das steht zumindest für ein langes Wochenende nächsten Sommer auf dem Programm.

Du kannst auch das Allgäu mit dem Rad oder auf den zahlreichen Wanderwegen erobern. Die Wandertrilogie Allgäu  bietet da für jeden etwas: Die Wiesengänger sind eher für gemütliche Wanderungen durch die Hügellandschaften, die Wasserläufer sind an den Seen und auch am Eistobel unterwegs und Himmelsstürmer in den höheren Lagen.

 

Mein Fazit: Wenn Du Rothenburg o.d.T  magst, wirst Du Isny lieben. Klein, nett, freundlich und inmitten einer tollen Landschaft.

Wenn Du jetzt Lust auf Isny bekommen hast, dann habe ich noch ein paar praktische Tipps für Dich:

Wie kommst Du hin?

Am besten fährst Du mit dem Auto. Ich bin aus Richtung München über die A96 gekommen, Ausfahrt Leutkirch Süd und dann weiter über die L318 Leutkirch-Isny Argenbühl.
Wenn Du über die A7 Kommst, dann fährst Du beim Autobahnkreuz Allgäu raus und weiter über die B12 Richtung Kempten-Isny Argenbühl.

Mit dem Zug kommst Du nicht direkt hin, sondern musst mit dem Bus von Leutkirch, Wangen oder Kempten fahren.

Wo kannst Du schlafen?

Ich habe im Gasthof Engel übernachtet. Von da aus bist Du in wenigen Minuten zu Fuß in der Stadt und Parkplätze sind auch kein Problem. Wenn alles voll ist, kannst Du auf dem Parkplatz der Brauerei parken, denn sie gehört dazu.
Das Bier ist übrigens lecker und beim Frühstück solltest Du unbedingt das hausgemachte Biergelee probieren.

Und jetzt Du: Warst Du schon einmal in Isny? Hast Du noch ein paar Geheimtipps im Allgäu für mich? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!
Bevor ich es vergesse, denke daran, dass Deine Grenzen nur im Kopf existieren.

{Offenlegung: Meine Reise wurde vom Büro für Tourismus in Isny mit Unterkunft und Führung unterstützt. Vielen Dank dafür! Auf meinen Bericht hat das keinen Einfluss und mir wurden auch keine Vorgaben hinsichtlich des Inhalts gemacht.}

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