Ich glaube, ich sehe eine leichte Verwirrung bei Dir, stimmt´s? Reisen und Urlaub sind doch Entspannung oder? Du freust Dich auf die schönsten Wochen des Jahres, in denen Du endlich das machen kannst, was Du willst, in denen Du bestimmst, wohin es geht und wie der Tag aussieht. Das ist doch Erholung pur im Vergleich zum Alltag oder? Ja, das mag sein, wenn Du pauschal verreist und Dich um nichts kümmerst. Bist Du mit dem Rucksack auf eigene Faust unterwegs, dann sieht die Welt schon anders aus. Dann macht eine Auszeit auf Reisen durchaus Sinn.

Stress gibt es nicht nur Zuhause

Du musst Dich darum kümmern, wie Du von A nach B kommst, welche Unterkunft in Dein Budget passt oder ob gerade Ramadan ist und Du vielleicht nichts tagsüber zu essen bekommst. Du hast Deinen Plan und irgendwas läuft schief. Der Bus hat eine Panne und Du kommst nicht weiter. Flüge werden wegen Vulkanausbrüchen gestrichen, Taxifahrer streiken, eben so die ganzen Unwägbarkeiten, die das Reisen mit sich bringt und die Deine Pläne durcheinanderwirbeln.

Oder es sind einfach die manchmal nervigen Verkäufer, Du musst schon wieder um den Preis für Obst, das Taxi oder die Unterkunft feilschen. Klingt stressig oder? Ja, das sind so die Momente, in denen das Reisen allein und auf eigene Faust nur bedingt Spaß macht. Klar, die vielen tollen Erlebnisse entschädigen für den Ärger, aber wenn Du gerade irgendwo im Nirgendwo festhängst und nicht weißt, wann es weitergeht, dann ist es eben nicht gerade lustig.

Wenn Du zusätzlich Deinen Reiseplan zu sehr vollgepackt hast, ohne Dir Puffer zu lassen, dann machst Du Dir selbst unnötig Stress. Glaub mir, Du musst nicht jeden Tempel sehen und jede Sehenswürdigkeit. Wirklich nicht.
Ich wollte früher auch immer alles sehen und was war das Ende vom Lied? Ich hätte nach der Reise noch einmal mindestens eine Woche Urlaub gebraucht, um mich zu erholen.

Ganz im Ernst, nach 10 Tempeln sieht der elfte auch nicht mehr sooo wahnsinning anders aus. Picke Dir die echten Highlights raus und belasse es dabei.
haengematte

Meine Tipps für Auszeiten on the road

1. Puffertage

Entschleunige Deine Reise und plane nicht zu genau. Plane Puffertage ein, denn es passiert immer etwas Unvorhergesehenes. Mit Puffertagen bist Du auch flexibel, wenn Du Deine Pläne ändern willst, weil Du gerade von dem absoluten Geheimtipp oder einem Fest gehört hast und unbedingt hin möchtest. Es kann auch sein, dass Du vielleicht krank wirst. Dann bist Du froh, wenn Dein Zeitplan entspannt ist und Du Dich nicht unter Druck setzen brauchst.

2. Wellness

Vor allem in Asien hast Du überall die Möglichkeit, Dich ein wenig verwöhnen zu lassen. Gönne Dir einen Wellness-Nachmittag mit Massage, Pediküre oder Maniküre. Das tut Deinem Körper und Deiner Seele gut. Und ist wirklich spottbillig im Vergleich zu Deutschland. Du fühlst Dich danach so richtig gut, siehst top aus und bist entspannt.

Je nach Aktivität gibt es auch spezielle Massagen für Trekker in Nepal oder für Taucher in Indonesien.

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3. Relaxen am Meer

Wenn Du am Strand oder am See bist, gönne Dir einen oder zwei Tage mehr. Es ist herrlich entspannend, einfach nur auf´s Meer zu schauen, den Kopf auszuschalten und die Gedanken ziehen zu lassen. Das tankt Deine Batterien wieder auf und gibt Dir Kraft.

Aber Achtung, es kann Dich auch dazu verführen, länger als geplant zu bleiben. So ging es mir auf Gili Air und am Lake Toba. Aber andererseits, wäre das so schlimm? Womit wir wieder bei den Puffertagen wären…

4. Meditation

Es ist sicher nicht verkehrt, wenn Du nicht nur nach Stressphasen eine Auszeit nimmst, sondern auch generell etwas dafür tust, entspannter zu reisen und auch letztendlich zu leben.

Ich habe zum Beispiel eine kleine Abendroutine, die ich im Alltag und auch unterwegs pflege: In Nepal habe ich mir eine Mediationskette gekauft. Ich nehme sie jeden Abend und lasse die Perlen durch meine Hände laufen, bei jeder Perle spreche ich lautlos eine Affirmation, einen kleinen positiv formulierten Satz, z.B. “Ich bin ganz entspannt” oder “Ich vertraue auf meine Stärke.”

Alternativ kannst Du Dich auch nur auf Deinen Atem konzentrieren. Versuche ein paar Atemzüge lang wirklich bewusst tief ein-und auszuatmen, Dich auf Deinen Körper zu konzentrieren, wie sich Dein Brustkorb und die Bauchdecke heben und wie sie sich wieder senken. Denke nur an den Atem und sonst nichts. Wenn das ein paar Atemzüge lang gut klappt, dann kannst Du es auf ein paar Minuten ausdehnen. Das kannst Du immer und überall machen. Fällt keinem auf und tut Dir gut.

butterlampen

Ich versuche auch regelmäßig Yoga zu machen, aber ich bin ehrlich, unterwegs gelingt mir das eher selten. Dafür bin ich mit dieser Routine in Deutschland sehr konsequent.

Und jetzt Du: Wie reist Du? Atemlos durch die Länder oder gönnst Du Dir auch Auszeiten? Teile Deine besten Tipps mit uns und schreib sie in die Kommentare.
Bevor ich es vergesse, sei freundlich zu Dir!
 

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