Lake Toba war für mich eine Auszeit von meiner Auszeit. Wie Du vielleicht weißt, habe ich meinen Job gekündigt und mir erst einmal für 3 Monate reisen in Asien gegönnt. Mein Mann stand da zu 100% hinter mir und es war ehrlich gesagt, auch sein liebevoller Tritt in meinen Hintern, erst einmal Abstand zu gewinnen und mir darüber klar zu werden, was ich eigentlich will und wie es weiter gehen soll. Aber das ist eine andere Geschichte.

Heute geht es um Auszeiten im Allgemeinen und Besonderen.

Als ich am Lake Toba ankam, hatte ich ungefähr Halbzeit und war 6 Wochen unterwegs. Ich hatte grandiose Erlebnisse hinter mir, meinen Tauchschein gemacht, hatte hautnahe Erlebnisse mit Meeresschildkröten, eine abenteuerliche Bootsfahrt nach Komodo hinter mir, habe beeindruckende Rituale bei den Toraja erlebt, fantastische Landschaften gesehen, nette Menschen kennengelernt. Eben das, was einem so auf einer Reise durch Indonesien alles passieren kann.

Wie sollte es weitergehen? Weiterreisen oder Bleiben?

Nun war ich nach einer ziemlich langen Busfahrt in Tuktuk, einer kleinen Stadt und dem Travellerzentrum auf Samosir, der Insel im Lake Toba, angekommen. Und stand vor der Entscheidung, was tun. Ich hatte folgende Optionen: etwa 10 Tage hier zu bleiben und dann weiter nach Bukit Lawang zu den Orang Utan zu ziehen oder nach Banda Aceh und Pulau Weh zum Tauchen.
Ich war wirklich hin und her gerissen, wollte eigentlich beides, aber dafür war keine Zeit.

Am Ende habe ich mich für´s Bleiben entschieden und das war auch eine gute Entscheidung. Ich hatte hier die Ruhe, mir über einiges klar zu werden. Ich konnte einfach in der Hängematte schaukeln, auf den See blicken und die Gedanken schweifen lassen, mir überlegen, ob ich meinen eingeschlagenen Weg wirklich gehen will. Und vor allem auch wie.

Zukunftspläne und Ängste trieben mich um

Wie will ich in Zukunft leben, wie mein Geld verdienen, was will ich und was bin ich bereit zu geben, was loslassen. Wie mutig will ich sein, wie viel von mir preisgeben, wie sehr mich zeigen.
Ängste kamen hoch.
Wird es funktionieren? Wie wirst Du, ja genau Du, reagieren, wenn mein Blog sich nicht mehr nur um handfeste Reisetipps dreht, sondern vielschichtiger wird? Werde ich am Ende den Blog einstampfen dürfen, wieder bei Null anfangen? Es war ein ziemliches Hin und Her zwischen dem Verharren in der alten Form und dem Beschreiten neuer Wege.

Zu meiner Stimmung passte auch gerade das Wetter. Der Haze legte einen Dunstschleier über die Landschaft, die ich in der ganzen Zeit nur ein Mal klar gesehen habe.

toba_nebel

Die Entscheidung ist gefallen.

Ich bin in meinem Leben immer wieder neue Wege gegangen und letztendlich haben sie mich immer weiter gebracht. Also auch jetzt – der Sprung mal wieder ins kalte Wasser. Mein Kassensturz beschreibt es noch einmal ausführlicher, auch wie es hier weitergehen wird.

Wäre ich weitergereist, dann hätte der Prozess, mir über meinen weiteren Weg klar zu werden, länger gedauert, da bin ich mir sicher. Es hätte zu viel Ablenkung gegeben.

Hier auf Samosir dagegen war kaum etwas zu tun. Ja, ein kleiner Roadtrip über die Insel, mal zur Fußmassage, ab und an im See schwimmen oder ein kleiner Ausflug nach Parapat auf dem Festland, um wieder Geld zu haben und das Ticket nach Bukit Lawang zu besorgen. Das war´s. So ohne Ablenkung kommst Du den Dingen auch auf den Grund.

Auszeiten braucht jeder und das auch regelmäßig

Um Dir Auszeiten zu gönnen, musst Du nicht 3 Monate durch Asien fahren, auch wenn das sicher eine tolle Möglichkeit ist und Dich an und über Deine Grenzen führen kann.

Du kannst und solltest Du Dir immer wieder Auszeiten gönnen, in Deinem eigenen Interesse. Innehalten, schauen, ob die Richtung stimmt und dann eventuell eine Kurskorrektur vornehmen.
Letztendlich macht es wenig Sinn, ständig eine Richtung zu verfolgen, die Dich irgendwo hin führt und Dich am Ende des Tages nicht zufrieden macht.

Es mag Zeiten geben, da musst Du vielleicht Kompromisse schließen, weil es nicht anders geht. Aber dann solltest Du Dir auch einen Zeitpunkt setzen, ab dem Du Deinem Herzen folgst. Denn ganz ehrlich, der vielbeschworene richtige Zeitpunkt kommt nie. Du musst aktiv etwas dafür tun.
Auch dafür sind Auszeiten gut – zu erkennen, WAS Du WANN TUN wirst.

Auch im Alltag sind Auszeiten wichtig

Der Anlass für eine Auszeit müssen nämlich nicht immer die großen Fragen sein, sondern auch ganz einfach Kraft tanken und Batterien neu aufladen.

Schaffe Dir kleine Inseln im Alltag und das am besten täglich. Und nein, keine Zeit gilt hier nicht. Du solltest Dir jeden Tag 10 oder 15 Minuten wert sein. Die Zeit hat wirklich jeder. Du musst es nur tun.

spaziergangEin paar Anregungen gefällig? Bitte…

  • Bereite Dir bewusst eine Tasse Tee oder Kaffee zu und genieße sie bewusst. Nicht nur so schnell zwischen Tür und Angel, sondern sei Dir jedes Handgriffs bewusst und jedes Schlucks.
  • Mache einen Spaziergang und achte bewusst auf die Geräusche, die Gerüche, Deine Schritte.
  • Probiere eine der vielen Entspannungstechniken oder Meditationen aus
  • Mache eine Phantasiereise
  • Setze Dich an einen See oder einen Fluss und lass Deinen Gedanken freien Lauf
  • Spiele mit einem Kind, einer Katze oder einem Hund
  • Leg Dich auf eine Wiese und beobachte die Wolken

Du wirst sehen, diese Auszeiten werden Dir, wenn Du sie Dir regelmäßig nimmst, bald zu einer lieben Gewohnheit werden. Sie tun Dir gut und sind ein guter Schritt in Richtung Ausgeglichenheit, aber auch ein erster Schritt auf dem Weg zu Dir selbst.

Und jetzt Du: Wann hast Du Dir Deine letzte Auszeit genommen? Welche Tipps hast Du? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.
Und bevor ich es vergesse, sei freundlich zu Dir!
 
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